Gleich zwei neue Cochrane Reviews haben die Wirksamkeit von Stuhltransplantationen (auch: fäkale Mikrobiom-Transplantation, FMT) unter die Lupe genommen. Demnach wirkt eine FMT besser gegen wiederkehrende Infektionen durch das Bakterium Clostridioides difficile als eine Standardbehandlung mit Antibiotika. Bei 77 % der Studienteilnehmenden, die eine Stuhltransplantation erhielten, kam es innerhalb von acht Wochen nicht zu einer erneuten Infektion, verglichen mit 40 % derjenigen, die Antibiotika erhielten. Ein weiterer Review zum Einsatz bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen erbrachte keine eindeutige Evidenz.

    Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC gibt es jedes Jahr allein in den USA etwa eine Viertelmillion Infektionen mit C. difficile, die zu etwa 12 000 Todesfällen führen. Für Deutschland liegen Schätzungen bei 4000 bis 16 000 Fällen pro Jahr, im Jahr 2016 wurden dem Robert Koch-Institut insgesamt 2.337 schwere Verlaufsformen gemeldet.

    Die Transplantation von gesundem Spenderstuhl in einen Darm mit Dysbiose, etwa infolge einer vorangegangenen Antibiotikatherapie, soll ein gesundes Mikrobiom wiederherstellen, wodurch das Risiko eines erneuten Auftretens von C. difficile deutlich verringert wird. Wie bei einer Blutspende werden Spender*innen auch bei einer Stuhlspende zuvor auf Krankheiten und Infektionen untersucht. Der Stuhl kann über eine Koloskopie, eine nasogastrale oder nasoduodenale Sonde, einen Einlauf oder eine Kapsel übertragen werden. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat kürzlich ein Stuhltransplantationspräparat zur Vorbeugung des Wiederauftretens von C. difficile zugelassen, das als Einlauf verabreicht werden kann.

    Der neue Cochrane Review unter der Leitung des Gastroenterologen Aamer Imdad von der Upstate Medical University in US-Bundestaat New York umfasst Daten aus sechs klinischen Studien mit insgesamt 320 Erwachsenen, welche die Wirksamkeit und Sicherheit einer Stuhltransplantation zur Behandlung von wiederkehrenden Infektionen mit C. difficile untersucht haben. Zwei Studien wurden in Dänemark durchgeführt, je eine in den Niederlanden, Italien, Kanada und den Vereinigten Staaten. In den meisten der einbezogenen Studien wurde die Stuhltransplantation mit einer Behandlung mit dem Antibiotikum Vancomycin verglichen, das üblicherweise bei dieser Art von Infektion eingesetzt wird. Die systematische Übersichtsarbeit ergibt, dass die Stuhltransplantation im Vergleich zu anderen untersuchten Behandlungen zu einer rund doppelt so hohen Heilungsrate von wiederkehrenden C. difficile-Infektionen sowie zu einer Verringerung der Nebenwirkungen im Vergleich zur Standardbehandlung mit Antibiotika führt. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE hierfür wird von den Autor*innen als moderat eingestuft, der zweithöchsten von vier möglichen Stufen.

    „Nachdem eine Person mit einer C. difficile-Infektion mit Antibiotika behandelt wurde, besteht eine etwa 25-prozentige Chance, dass sie in den nächsten acht Wochen eine weitere C.-difficile-Infektion erleidet“, erklärt Imdad. „Das Risiko eines erneuten Auftretens erhöht sich nach der zweiten Episode auf etwa 40 Prozent und nach der dritten Episode auf fast 60 Prozent. Wenn man sich einmal in diesem Teufelskreis befindet, wird es immer schwieriger, aus ihm auszubrechen. Eine Stuhltransplantation kann die Dysbiose umkehren und so das Risiko eines erneuten Auftretens der Krankheit verringern.“

    Ein weiterer Cochrane Review, ebenfalls unter der Leitung von Aamer Imdad, befasst sich mit dem Einsatz von Stuhltransplantaten zur Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen, zu denen man vor allem Colitis ulcerosa und Morbus Crohn zählt. Die Übersichtsarbeit spricht bei Colitis ulcerosa für einen Nutzen der FMT, um eine klinische Remission einzuleiten. Allerdings ist die Evidenz hierfür nur von geringer Vertrauenswürdigkeit. Noch schlechter ist die Evidenzlage für eine längerfristige Remission, ebenso wie zum Einsatz von FMT bei Morbus Crohn – hierzu fanden die Autor*innen lediglich eine einzige kleine Studie. Bevor Stuhltransplantationen für die Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen in Betracht gezogen werden können, sind daher weitere Forschungsarbeiten erforderlich.

    Quelle: Minkoff NZ, Aslam S, Medina M, Tanner-Smith EE, Zackular JP, Acra S, Nicholson MR, Imdad A. Fecal microbiota transplantation for the treatment of recurrent Clostridioides difficile (Clostridium difficile). Cochrane Database of Systematic Reviews TBD, Issue TBD. Art. No.: CD013871 https://doi.org/10.1002/14651858.CD013871.pub2

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