Pressemitteilung vom 13.04.2026 Hamburg.
BNC warnt vor Wegfall der Vergütungsregelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes
Der Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen (BNC e.V.) warnt eindringlich vor den Folgen eines Wegfalls der Zuschläge für Terminservicestellen (TSS). Aus Sicht des Verbands würde dieser Schritt zu einer deutlichen Reduzierung der Verfügbarkeit fachärztlicher Akuttermine führen und die ambulante Versorgung sowie die Patientensteuerung spürbar verschlechtern.
Die Konsequenz wäre eine Verlagerung von Patientinnen und Patienten in die Notaufnahmen der Kliniken. „Wenn kurzfristige fachärztliche Termine fehlen, bleibt vielen Betroffenen nur wieder der Weg in die Klinik. Das wird die ohnehin stark belasteten Notaufnahmen weiter unter Druck setzen“, erklärt Jan Henniger, Vorsitzender des BNC.
Bereits heute stoßen viele Notaufnahmen an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Wegfall der TSS-Zuschläge würde diese Entwicklung verstärken, da Praxen weniger Anreize hätten, zusätzliche kurzfristige Termine anzubieten. In Kombination mit der Abschaffung der Neupatientenregelung drohe eine weitere Verknappung verfügbarer Behandlungskapazitäten im ambulanten Bereich.
„Die Politik nimmt damit in Kauf, dass Patientinnen und Patienten wieder längere Wege durch das Gesundheitssystem gehen müssen, statt schneller und gezielter versorgt zu werden“, so Henniger. „Gerade im Akutfall verschlechtert sich damit die Situation für alle Beteiligten.“
Der BNC weist zudem darauf hin, dass eine Verlagerung in den stationären Bereich weder wirtschaftlich noch strukturell sinnvoll ist. „Ambulante Versorgung ist in vielen Fällen effizienter. Es ist widersprüchlich, einerseits eine bessere Steuerung der Patientenströme anzustreben und andererseits funktionierende Instrumente wie die Terminservicestellen oder den Hausarztvermittlungsfall zu schwächen“, betont Henniger.
Die Einschätzung des Bundesrechnungshofes, wonach die TSS-Zuschläge nicht zu kürzeren Wartezeiten geführt hätten, teilt der Verband nicht. Aus Sicht des BNC haben insbesondere Akutfälle von einer schnelleren Terminvergabe profitiert.
Der BNC fordert die Politik daher auf, die geplanten Änderungen dringend zu überdenken und die TSS-Zuschläge beizubehalten. Nur so lasse sich eine verlässliche ambulante Versorgung sichern und eine weitere Überlastung der Notaufnahmen vermeiden.
Über den BNC
Der BNC ist der Berufsverband der freiberuflichen Chirurginnen und Chirurgen in Deutschland, deren Interessen er durch einen Bundesvorstand sowie 20 regionale Landesverbände (ANC) vertritt. Er engagiert sich für die Aus- und Weiterbildung seiner Mitglieder und setzt sich für eine Förderung der ambulanten chirurgischen Behandlung sowie des interdisziplinären Austauschs ein. Der Verband führt hierzu auf Bundesebene den Dialog mit Politik, Krankenkassen, Wirtschaft und anderen Berufsverbänden.
Weitere Beiträge - Aktuelles
- Keine rückwirkende Genehmigung für Sicherstellungsassistenten
- Übersicht der Vergütungsausfälle der einzelnen Fachgruppen
- „SpiFa kritisiert Kabinettsbeschluss zur GKV-Beitragsstabilisierung scharf: Bundesregierung macht sich schlanken Fuß auf Kosten der Versicherten“.
- Rentenversicherungspflicht von Operateuren in Privatkliniken
- SpiFa: Vorschläge der Finanzkommission gefährden fachärztliche Patientenversorgung