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Chirurgen
mahnen mehr ambulante Operationen an
HAMBURG (di). In deutschen Kliniken werden zu viele Eingriffe, die ambulant
möglich sind, stationär vorgenommen. Diesen Vorwurf äußerte der Präsident
des Bundesverbandes Niedergelassener Chirurgen (BNC), Dr. Dieter Haack.
Haack verwies darauf, dass Arthroskopien, Leistenbruch- und
Krampfaderoperationen die häufigsten Eingriffe in Kliniken sind. Nach
Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde im vergangenen Jahr in Kliniken
bei Frauen in über 146 000 Fällen eine Arthroskopie zur Klärung möglicher
Schäden an Gelenkknorpel und Menisken vorgenommen - der zweithäufigste
Eingriff bei Frauen überhaupt. Bei Männern war mit 153 000 Fällen die
Leistenbruch-Op sogar der häufigste Eingriff.
"Allesamt" könnten diese Eingriffe bei den meisten Patienten problemlos
ambulant vorgenommen werden, sagte Haack. Ambulant erbringen die Kliniken
nach seiner Beobachtung nur gezielte, wenige Leistungen, während sie
bestimmte Eingriffe wegen der besseren Vergütung in der Regel stationär
vornehmen.
Niedergelassene Chirurgen sieht Haack damit im Wettbewerbsnachteil, der sich
wegen eines sinkenden Punktwerts für ambulante Operationen noch verstärken
werde. Bei konsequenter Förderung des ambulanten Operierens könnten nach
Berechnungen des BNC bundesweit 1,35 Milliarden Euro im Jahr eingespart
werden.
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