Die Ärztezeitung schrieb am 16. November 2007:
     
 

Chirurgen mahnen mehr ambulante Operationen an
HAMBURG (di). In deutschen Kliniken werden zu viele Eingriffe, die ambulant möglich sind, stationär vorgenommen. Diesen Vorwurf äußerte der Präsident des Bundesverbandes Niedergelassener Chirurgen (BNC), Dr. Dieter Haack.


Haack verwies darauf, dass Arthroskopien, Leistenbruch- und Krampfaderoperationen die häufigsten Eingriffe in Kliniken sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde im vergangenen Jahr in Kliniken bei Frauen in über 146 000 Fällen eine Arthroskopie zur Klärung möglicher Schäden an Gelenkknorpel und Menisken vorgenommen - der zweithäufigste Eingriff bei Frauen überhaupt. Bei Männern war mit 153 000 Fällen die Leistenbruch-Op sogar der häufigste Eingriff.
"Allesamt" könnten diese Eingriffe bei den meisten Patienten problemlos ambulant vorgenommen werden, sagte Haack. Ambulant erbringen die Kliniken nach seiner Beobachtung nur gezielte, wenige Leistungen, während sie bestimmte Eingriffe wegen der besseren Vergütung in der Regel stationär vornehmen.
Niedergelassene Chirurgen sieht Haack damit im Wettbewerbsnachteil, der sich wegen eines sinkenden Punktwerts für ambulante Operationen noch verstärken werde. Bei konsequenter Förderung des ambulanten Operierens könnten nach Berechnungen des BNC bundesweit 1,35 Milliarden Euro im Jahr eingespart werden.