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Nicht die Ökonomisierung bringe den Medizinbetrieb weiter, sondern die
Optimierung der Technik, erklärte Professor Volker Schumpelick, Präsident
der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) bei der Eröffnung des
DGCH-Jahreskongresses am 28. April 2009 in München. Der Kongress stand in
diesem Jahr unter dem Leitthema „Humanität durch Technik“.
Präzise und hochkomplexe Medizintechnik ist längst ein fester Bestandteil im
Operationssaal und aus keinem Fachgebiet der Chirurgie mehr wegzudenken.
Schumpelick erklärte: „Wir können keinen Bogen um die Technik machen. Doch
obwohl ich jeden Tag von Technik umgeben bin, habe ich in meinem Studium
keine einzige Stunde Technikunterricht gehabt.“
Integration technischer Innovationen in die Curricula
Die Integration technischer Neuerungen aus der Robotik, Laserchirurgie,
Nanomedizin oder Comuputersimulation in die chirurgischen Curricula sei
daher eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Gleiches gelte für die
Entwicklung und den Einsatz von bioaktiven Materialien oder
bioresorbierbaren Implantaten. Machbarer Fortschritt entstehe, wenn sich der
Chirurg „als homo technicus, homo ludens und zugleich auch homo oeconomicus“
begreife, ergänzte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein-
und Viszeralchirurgie, Professor Hans-Peter Bruch vom Universitätsklinikum
Lübeck, im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Medizintechnik.
Im Zuge des medizintechnischen Fortschritts habe sich das Bild des Arztes in
der Öffentlichkeit gewandelt, ergänzte der Präsident der Bundesärztekammer,
Professor Jörg-Dietrich Hoppe: „Noch in den 60er Jahren galten Ärzte eher
als Geisteswissenschaftler, heute assoziiert man vor allem die operierenden
Fächer eher mit Naturwissenschaften und Ingenieurwesen.“
Bevölkerung sieht Chirurgen als ‚helfende Helden‘
Wegen seiner spektakulären Möglichkeiten und Methoden erfahre der Chirurg in
der Regel mehr mediale Aufmerksamkeit als beispielsweise Hausärzte,
bestätigte Ann-Katrin Döbler vom Stuttgarter Thieme Verlag, die das Bild des
Chirurgen in der Medienberichterstattung unter die Lupe genommen hatte. „Der
Chirurg ist der Prototyp des ‚Halbgott in Weiß‘, man traut ihm viel zu und
hält ihn für innovativ, mutig und erfolgreich“, berichtete Döbler. Die
Chirurgie sei quasi ein Symbolfach für das gesamte Fach der Medizin: „Das
nach wie vor hohe Ansehen von Ärzten in der Bevölkerung hängt zum Großteil
vom positiven Image der Chirurgie ab“, schloss die Journalistin.
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Medizintechnik: Neues Trainingslabor für minimal invasive Eingriffe am
virtuellen Patienten
In einem neuen High-tech Labor im European Surgical Institute (ESI) in
Norderstedt können Chirurgen jetzt komplexe minimal invasive Eingriffe
realitätsgetreu trainieren. Am 22. April 2009 präsentierte ESI-Leiter Dr.
Jürgen Brenner der Öffentlichkeit die zwölf modernen Simulations-Computer,
an denen Kursteilnehmer ab Mitte 2009 im Rahmen von Ausbildungskursen
Eingriffe wie minimal invasive Kolonresektionen, Cholezystektomien oder
Hernienoperationen am virtuellen Patienten trainieren können.
„Unsere Vision ist es, dass wir den Patienten im Vorfeld der Operation
virtuell duplizieren, damit der Operateur den Eingriff vorab mit
Original-Patientendaten simulieren kann“, sagte Brenner. Die
Simulations-Computer seien heute noch sehr teuer, für die Zukunft träumt
Brenner jedoch von einer bezahlbaren „Playstation“ für junge und angehende
Chirurgen, auf der sie auch jenseits des Operationssaales Eingriffe
trainieren können. An der Entwicklung der Simulatoren war auch Professor
Hans-Peter Bruch beteiligt: „Komplexe minimal invasive Eingriffe erfordern
viel Erfahrung und Training. Das dauert in der Praxis lange und ist teuer.
An den Simulatoren hier im ESI trainieren die Chirurgen dagegen intensiv,
kosteneffektiv und sehr realitätsnah“, sagte Bruch. Das
wirklichkeitsgetreue, fühlbare Feedback mache die Simulation besonders
lebensnah. So lerne der Chirurg, wie echtes Gewebe reagiert und könne
Komplikationen vermeiden.
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