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Kurzbericht vom Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU)
2009.
Bereits 2006 waren Dr. Patric Garcia und Dr. Jörg Holstein vom
Universitätsklinikum des Saarlandes von der Deutschen Gesellschaft für
Chirurgie für ihre Arbeiten zu Erythropoetin (EPO) in der
Knochenbruchheilung ausgezeichnet worden. Beim DKOU 2009 in Berlin
präsentierten sie auch den Orthopäden und Unfallchirurgen ihre Erkenntnisse
zur Wirkung des im Radsport häufig missbrauchten Erythropoetin (EPO) auf die
Knochenbruchheilung. Bei EPO handele es sich um ein Hormon zur Stimulation
der Erythropoese, erläuterte Garcia. Es sei seit Längerem bekannt, dass es
eine gewebeprotektive Wirkung entfalte, und zwar bei Schädel-Hirn-Trauma,
Subarachnoidalblutungen oder auch Rückenmarksverletzungen.
Tierexperimentelle Studien an Mäusen lieferten nun Hinweise, dass EPO die
Knochenheilung positiv beeinflussen könnte.
Garcia und seine Kollegen verabreichten hierzu einer Studiengruppe von
Labormäusen über eine kurze Zeitspanne (fünf Tage) eine hohe Dosis EPO
(5.000 Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht und Tag). Die Kontrollgruppe
erhielt über eine kurze Zeitspanne (zwei bis fünf Wochen) eine niedrige
Dosis EPO (500 Einheigen pro Kilogramm Körpergewicht und Tag). Frakturen der
Mäuse wurden mit Pins fixiert. Die Tiere der Studiengruppe zeigten Garcia
zufolge eine höhere Kallusdichte und eine bessere Biegungssteifigkeit: „Das
spricht für einen qualitativ besseren Kallus.“ EPO verbessere signifikant
die Heilung kleinerer Segmentdefekte.
Garcia hält den Einsatz des Hormons auch in der Humanmedizin in Zukunft für
denkbar: „EPO ist seit Langem bekannt, das erleichtert prinzipiell die
klinische Anwendung.“ Das Hormon sei unter Umständen eine Option für
polytraumatisierte und daher anämische Patienten. Vor einem Einsatz am
Menschen müssten allerdings die adäquate Dosis und der geeignete
Verabreichungszeitraum genauer erforscht werden, wandte Garcia ein, „denn
bei nicht-anämischen Patienten kann EPO bekanntlich Thrombosen auslösen.“
Referent: Dr. Patric Garcia, Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für
Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Homburg
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