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Kurzbericht vom Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU)
2009.
Die Versorgung der typischer Fibula-Spiralfrakturen vom
Supinations-Eversions-Typ (Weber B) bereitet nach Auffassung von Dr. Stefan
Rammelt von der Universitätsklinik Dresden technisch kaum Probleme.
„Prognostisch wichtig sind jedoch das Erkennen und die Refixation knöcherner
Ausrisse der Syndesmosen“, betonte Rammelt. Hierbei handele es sich um das
Wagstaffe-Fragment oder Tubercúle du Tillaux-Chaput, da diese eine
anatomische Reposition der Fibulafraktur verhindern können. Bei Weber
B-Frakturen vom Pronations-Abduktions-Typ hingegen lägen häufig Trümmerzonen
oder ein osteoporotischer Knochen vor: „Hier ist der Einsatz winkelstabiler
Implantate und eventuell einer zusätzlichen Drahtschienung zu erwägen“,
sagte Rammelt.
Auch wenn grundsätzlich ein sofortige Definitivversorgung anzustreben sei,
sollte man bei diesen instabilen Verletzungen initial gegebenenfalls
zunächst eine tibimetatarsale Transfixation im Fixateur externe durchführen,
riet Rammelt. Nach erfolgter Osteosynthese lasse sich bei diesen
Frakturtypen die Syndesmosenstabilität unter dem Bildwandler mittels
Einzinkerhaken in lateraler und a.p.-Richtung kontrollieren. „Bei einer
Verbreiterung der ‚ligne claire‘ um mehr als zwei Millimeter sowie einer
relevanten sagittalen Instabilität erfolgt die Reposition der Fibula in die
Incisura fibularis der Tibia mittels übergreifender Repositionszange“,
erläuterte der Unfallchirurg sein Vorgehen. Anschließend erfolge die
temporäre fibulotibiale Stellschraubenfixation.
Die korrekte Reposition der distalen Fibula in die Tibiainzisur sei das
wichtigste Kriterium für den Behandlungserfolg bei allen instabilen
Malleolarfrakturen inklusive der Weber-C- oder
Pronations-Eversions-Frakturen. Während sich Achse und Länge der Fibula
intraoperativ gut überprüfen ließen, seien Rotations- oder
Translationsfehler schwieriger auszumachen und erforderten eine
dreidimensionale Bildwandler- oder CT-Kontrolle in definierten
Schnittebenen. Auch die anatomische Reposition des hinteren
Tibiakantenfragments sei mit dem Standard-Bildwandler oder Röntgen-Aufnahmen
nicht immer sicher beurteilbar, insbesondere bei liegender Fibulaplatte.
Rammelt betonte: „Beim geringsten Zweifel gibt die postoperative
Computertomographie Klarheit und gegebenenfalls die Indikation zur
Frühkorrektur.“
Referent: Dr. Stefan Rammelt, Universitätsklinikum Dresden, Klinik und
Poliklinik für Unfallchirurgie
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