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Kurzbericht vom Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU)
2009.
Etwa 3,5 Prozent aller Frakturen betreffen die Patella, wie Privatdozent Dr.
Karl-Heinz Frosch vom Universitätsklinikum Göttingen beim DKOU berichtete.
Differenzialdiagnostisch müssten die Patella bipartita, osteochondrale
Verletzungen, Patellaluxation, die Quadrizeps- und Patellasehnenverletzung
sowie Kniebinnenläsionen abgegrenzt werden. Als Standarddiagnostik
bezeichnete Frosch die Röntgenaufnahme des Kniegelenks in mindestens zwei
Ebenen, „Sonographie, CT und MRT hingegen bleiben speziellen Fragestellungen
vorbehalten.“ Die Einteilung der Frakturen erfolge nach Speck und Regazzoni,
wobei Längs- (Typ A), Quer- (Typ B) und Mehrfragmentfrakturen (Typ C)
unterschieden würden.
„Nicht dislozierte Frakturen können konservativ behandelt werden.
Dislozierte Frakturen wiederum werden in der Regel operativ versorgt“,
erklärte Frosch. Der Standardzugang erfolge über den ventralen Längsschnitt,
alternativ könne parapatellar medial oder lateral ein Längs- oder ein
Querschnitt über der Patella geführt werden. Dislozierte Längsfrakturen
könnten perkutan mittels Zugschrauben fixiert werden. Frosch erläuterte:
„Für die einfache Querfraktur ist nach wie vor die osteOsynthese mit
Zuggurtung Therapie der Wahl.“ Alternativ könnten auch kannüllierte
Schrauben verwendet werden, durch die eine Drahtcerclage geführt wird. Auch
perkutane Techniken ließen sich erfolgreich einsetzen. Bei
Mehrfragmentfrakturen seien in der Regel Materialkombinationen angezeigt.
Frosch mahnte seine Kollegen, auf die Blutversorgung der Patella zu achten:
„Um die Patella findet sich ein dichtes Netz aus arteriellen Gefäßen, der
kraniale Patellapol wird hauptsächlich über intraossäre Gefäße von kaudal
versorgt.“ Nekrosen des kranialen Patellapols werden Frosch zufolge deshalb
in bis zu zehn Prozent der Fälle beschrieben. „Bei der operativen Versorgung
sollten deshalb die Weichteile schonend behandelt und die Fragmente
möglichst wenig devastiert werden“, empfahl der Orthopäde. Bei nicht
rekonstruierbaren Frakturen sei als Ultima Ratio die Patellektomie
indiziert, die jedoch nur bei etwa 50 Prozent der Fälle gute klinische
Ergebnisse zeige. „Insgesamt können nach operativer Versorgung von
Patellafrakturen aber mehr als 80 Prozent gute Langzeitergebnisse erzielt
werden“, sagte Frosch.
Referent: Privatdozent Dr. Karl-Heinz Frosch, Universitätsklinikum
Göttingen, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
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