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Die Narbe ist quasi die Visitenkarte des Chirurgen. Als eine der
Hauptverursacher von Narben sollten Chirurgen deshalb daran interessiert
sein, für ihre Patienten auch kosmetisch ansprechende Ergebnisse zu
erzielen. Bei der Narbentherapie kann die Kombination von Ultraschall und
Narbenspezifikum helfen.
In der Literatur sind diverse Methoden der Narbenprävention und auch der
-therapie beschrieben. Eine neu entwickelte Methode ist die Ultrasound Scar
Therapy (UST). Sie kombiniert zwei bereits bekannte Methoden und kann zu
einer deutlichen Verbesserung der Narbenheilung auch bei etablierten Narben
führen, die bereits älter als ein Jahr sind. Zum einen nutzt man bei der UST
die Effekte des therapeutischen Ultraschalls, welche seit Jahren aus der
konservativen Orthopädie / Traumatologie bekannt sind. Darüber hinaus lassen
sich über den Ultraschall die Wirkstoffe eines Narbenspezifikums
einschleusen (Sonophorese). Außerdem unterstützt der Ultraschall die
Ausrichtung der Kollagenfasern und die bevorzugte Bildung von Typ I
Kollagen, welches die Zugfestigkeit und Beweglichkeit des Narbengewebes
steigert (Nussbaum, 1998; Byl, 1996).
Hierzu führten wir in unserer chirurgischen Praxis eine Beobachtungsstudie
durch, die eine effiziente und erfolgreiche Narbentherapie unter Anwendung
von therapeutischem Ultraschall und einem Narbenspezialgel zeigen konnte.
Die offene, monozentrische Untersuchung an 35 Patienten dokumentiert den
Effekt des Narbenspezifikums in Kombination mit einer therapeutischen
Ultraschall-Applikation auf das Erscheinungsbild unterschiedlicher Narben.
Hier wirken der Ultraschall und das Narbengel Contractubex synergistisch,
denn das enthaltene Zwiebelextrakt fördert die Bildung des Kollagen Typ I.
Mehr Elastizität,
weniger Juckreiz und Spannung
Das in unserer Untersuchung verwendete Narbenspezifikum Contractubex® ist
ein seit vielen Jahren bewährtes Arzneimittel zur Behandlung von frischen
und älteren sowie problematischen Narben. Die Wirkstoffkombination führt zu
einem synergistischen Effekt auf die Narbenheilung: Sie reduziert die
Rötung, fördert die Elastizität von Narbengewebe und nimmt Juckreiz und
Spannung aus dem Narbengewebe. Optisch wird dies an einer kleineren
unauffälligen Narbe sichtbar.
Die UST-Untersuchung fand unter täglichen Routinebedingungen statt.
Zusätzlich zur zweimal täglichen Applikation von Contractubex durch die
Patienten zu Hause fand alle drei Tage die Anwendung in Kombination mit
therapeutischem Ultraschall für die Dauer von 15 Minuten in der Praxis
statt. Der Zustand der Narben wurde zu Therapiebeginn, nach drei und nach
fünf Wochen dokumentiert. Das Erscheinungsbild inklusive der Parameter
Größe, Farbe, Konsistenz sowie Schmerzen und Juckreiz wurden erfasst und
anhand des Vancouver Scar Scale quantifiziert.
Der Therapieverlauf verdeutlicht den raschen Wirkungseintritt des
Spezialgels unter Ultraschall. Bereits innerhalb von drei Wochen verbesserte
sich der mittlere Gesamtscore signifikant um 31 Prozent (p < 0,001) und
erreichte nach fünf Wochen eine Reduktion um 65 Prozent. Die Konsistenz
verbesserte sich im Schnitt um 40 Prozent, die Vaskularität um 37 Prozent
und die Schmerzintensität reduzierte sich um 73 Prozent. Die positiven
Effekte zeigten sich auch bei älteren Narben, die schon über einem Jahr
bestanden. Auch hier verbesserte sich die Konsistenz und Vaskularität um 47
Prozent beziehungsweise 63 Prozent.
„Gut“ und „sehr gut“
für Eignung und Verträglichkeit
Zum Beobachtungsende erhielt das Narbengel hinsichtlich seiner Eignung zur
Narbenbehandlung von den Patienten in mehr als 85 Prozent der Fälle das
Urteil „gut“ oder „sehr gut“. Die Hautverträglichkeit wurde in 91,4 Prozent
der Fälle als „sehr gut“ oder „gut“ bezeichnet. Infolge dieser Ergebnisse
erscheint die Applikation von Contractubex® mittels therapeutischem
Ultraschall als effektive Maßnahme zur Narbenbehandlung.
Effiziente und
effektive Selbstzahlerleistung
In der Praxis zeigt sich eine für die Patienten spür- und sichtbare
Verbesserung bei der Behandlung ihrer Hautläsionen. Die zehnmalige Anwendung
bindet den Patienten an die Praxis, diese Bindung schafft Vertrauen und
öffnet die Möglichkeit für weitere sinnvolle individuelle
Gesundheitsleistungen (IGeL), insbesondere im Bereich der kosmetischen
Medizin. Die UST dient daher auch dem Praxismarketing. Aufgrund des relativ
günstigen Preises von 12,17 Euro pro Sitzung zuzüglich Narbenspezifikum ist
es zudem einer breiten Masse von Patienten möglich, diese Leistung in
Anspruch zu nehmen.
Zur Patientenmotivation und zur eigenen Absicherung empfiehlt es sich, immer
eine Verlaufskontrolle durchzuführen. Diese Maßnahmen können über die
Ziffern 612a (Videodokumentation) beziehungsweise 750 (Dermatoskopie)
angesetzt werden. Wird in der Praxis das Narbengel vorgehalten und dem
Patienten zur weiteren Benutzung mit nach Hause gegeben, so kann auch dieses
gemäß §10 GOÄ in Rechnung gestellt werden. Nach Einweisung durch die
Arzthelferin können Patienten die Ultraschall-Applikation selbstständig
durchführen. Daher entsteht kein weiterer Zeitaufwand für den behandelnden
Arzt. Die Anschaffung eines therapeutischen Ultraschallgeräts (zum Beispiel
Sono 5, Zimmer Medizinsysteme) rechnet sich bereits bei zwei Narbenpatienten
im Monat.
Zusammenfassung
Entstellende Narben bedeuten für viele Betroffene hohen Leidensdruck. Die
Behandlung in der Kombination mit therapeutischem Ultraschall und einem in
Deutschland als Arzneimittel zugelassenem Narbenspezifikum ist eine für den
Patienten effektive und einfach anzuwendende Therapieoption. Entsprechende
IGeL-Angebote in Arztpraxen finden aus diesen Gründen einen großen Zuspruch
bei den Patienten.
Autor: Dr. Dirk-Jonas
Danneberg
Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie
Praxisklinik Lampertheim
Kaiserstr. 11, 68623 Lampertheim
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