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Frage:
Derzeit werden in unserer Region Begehungen von Gewerbeaufsichtsamt und
Gesundheitsamt zur Überprüfung der hygienischen Aufbereitung von
Medizinprodukten im OP durchgeführt. Dazu folgende Frage: Ich führe auch
minimal invasive Operationen (Cholezystektomie, Appendektomie und
laparoskopische Hernienoperationen) durch. Die dazu benötigten Instrumente
(Medizinprodukte) werden als kritisch nach Kategorie B eingestuft. Vom RKI
wird dazu eine Aufbereitung in einem Thermodesinfektor empfohlen
beziehungsweise gefordert.
Ist die Anschaffung dieses Geräts (Kostenvoranschlag liegt bei 17.000 Euro
mit der erforderlichen Software) unabdingbar erforderlich? Endoskopische
Operationen machen nur etwa zehn Prozent meiner Operationen aus und die
geforderte Aufbereitung in der Maschine hätte zur Folge, dass ich neue
kostenintensive Siebe zusätzlich anschaffen müsste. Bei Kollegen hat das
Gewerbeaufsichtsamt Folgendes gefordert: “Die Spülung der manuell
gereinigten und desinfizierten Medizinprodukte ist unbedingt mit
entmineralisiertem und sterilem Wasser durchzuführen. Zur Trocknung der
Medizinprodukte wird wegen der guten und raschen Wirkung die Verwendung von
geeigneter, ölfreier und gefilterter Druckluft empfohlen.”
Ist die Spülung mit sterilem Wasser sinnvoll und unabdingbar erforderlich,
ebenso die Verwendung gefilterter Druckluft?
Antwort: Bei manueller Aufbereitung sind einzelnen Arbeitsschritte in
einer standardisierten Arbeitsanweisung (SOP) klar festzulegen. Prinzipiell
entspricht es auch unseren Empfehlungen, dass bei der Aufbereitung von
Medizinprodukten Reinigungs- und Desinfektionsmaschinen (RDM) vorzuziehen
sind.
Spülung: Die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und
Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI) und des
Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu den
Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten (KRINKO
2001) sagt hierzu:
„Für die Reinigung/Desinfektion ist, insbesondere zur Vermeidung von
Rekontaminationen und Kristallbildungen, geeignetes Wasser zu verwenden, das
mikrobiologisch mindestens Trinkwasserqualität hat. (…) In jedem Falle
erfordert die abschließende Spülung entmineralisiertes Wasser, um
Kristallbildungen auf dem Medizinprodukt, welche zum Beispiel den
anschließenden Sterilisationsprozess stören können, zu vermeiden (Kat. IB).
Bei bestimmten Medizinprodukten (insbesondere Medizinprodukte mit erhöhten
oder besonders hohen Anforderungen an die Aufbereitung) kann auf Grund der
Materialeigenschaften des Medizinproduktes oder wegen erforderlicher
Partikelfreiheit bei langen und engen Lumina die Verwendung einer höheren
Wasserqualität (zum Beispiel Aqua purificata USP 23/24 , Aqua ad
injektabilia) notwendig sein (Kat. IB).”
Druckluft: Hier sagt die KRINKO (2001): „Die Nachspülung und
Trocknung muss unter Bedingungen erfolgen, die eine Rekontamination der
desinfizierten Medizinprodukte ausschließen. Die Verwendung von Druckluft
zur Trocknung wird diesbezüglich auf Grund ihrer guten und raschen Wirkung
empfohlen (Kat. IB).“
Diese Frage betrifft auf der einen Seite die Funktionalität der
Kompressoren, deren Wartung und die Betriebskosten, auf der anderen Seite
eine eventuelle Verunreinigung, die von Begleitstoffen (zum Beispiel Öl)
ausgehen könnte. Druckluft, die im medizinischen Bereich (Aer medicalis)
eingesetzt wird, untersteht seit 2001 dem Europäischen Arzneimittelgesetz
und nicht mehr der DIN EN 737-3. Danach ist der maximale Ölgehalt auf 0,1
mg/m3 in der Druckluft festgesetzt. Zur Reduktion des Staubeintrages sollte
die Luft gefiltert sein.
Zusätzlich ist es ratsam, enge Lumina mittels Alkohol von Restfeuchtigkeit
freizuspülen.
Haben auch Sie Fragen zur Hygiene?
Sie können Ihre Anfrage an die BNC-Geschäftsstelle oder die Redaktion des
Chirurgen Magazins richten, sie wird dann anonymisiert weitergeleitet und
ggf. an dieser Stelle zusammen mit der Antwort von Dr. Tabori
veröffentlicht.
BNC-Geschäftsstelle, Rosemarie Plassmann
E-Mail: info@bncev.de
oder
Redaktion Chirurgen Magazin, Antje Soleimanian
E-Mail:
antje.soleimanian@bncev.de
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