Anonymisierte Praxisdaten im Vergleich  
     
  Bereits auf dem ersten Bundeskongreß der niedergelassenen Chirurgen im März diesen Jahres war das Konzept des ChirIndex angedacht worden. Kerngedanke war gewesen, die Chirurgenpraxen fit für den EBM 2000 zu machen.

Mittlerweile hat der BNC einen Kooperationsvertrag mit einem Rechenzentrum geschlossen, in dem anonymisierte Praxisdaten zum Abrechnungs- und Verordnungsverhalten der teilnehmenden Praxen kostenlos ausgewerten und verglichen werden können. Betrieben wird das System von der Interessengemeinschaft Datenverarbeitung in der Medizin (IDM), einer Initiative für EDV-systemübergreifende Anwendungen von MCS. Die Firma Novartis Pharma GmbH unterstützt den Service als Sponsor.



Keine Rückschlüsse auf individuelle Praxen

Teilnehmende Praxen erhalten eine monatliche Auswertung aller Praxisleistungen im Vergleich zu anderen chirurgischen Praxen. Die Analyse beinhaltet Informationen über das Verhältnis zwischen Einzel- und Gemeinschaftspraxen, fachübergreifenden Gemeinschaftspraxen und Praxisgemeinschaften. Der Teilnehmer erfährt, wie viele Scheine seine Kollegen pro Quartal abrechnen und wie er im Vergleich zu ihnen steht.

Selbstverständlich werden die Daten anonymisiert erfaßt, so daß weder Rückschlüsse auf die einzelnen Patienten, noch auf die individuelle Praxis möglich sind. Aufgeführt werden ohne Hinweis auf Personendaten die Häufigkeit bestimmter Indikationen in Form einer Top 50 der häufigsten Leistungsziffern, das Mengenverhältnis bestimmter Diagnosen und Therapien, das prozentuale Verhältnis von GKV- zu Privatpatienten, zwischen operativen und konservativen Leistungen und die Abweichungen der jeweiligen Praxis vom fachgruppenübergreifenden Durchschnitt.

Die Vorteile des Systems liegen auf der Hand: Der teilnehmende Chirurg muß nicht bis zu sieben Monate auf die Leistungsbescheide der KV warten um zu erfahren, an welcher Stelle er aus dem fachtypischen Rahmen fällt und wo er unter Umständen mit Wirtschaftlichkeits- oder Plausibilitätsprüfungen zu rechnen hat. Die Auflistungen sind zudem detaillierter als jede KV-Abrechnung oder praxisinterne Leistungsstatistik.



Standordbestimmung der eigenen Praxis

„Die chirurgischen Praxen sind in Sachen EDV-Anwendung mittlerweile sehr weit fortgeschritten,“ weiß Dr. Dieter Schäfer, Leiter der Geschäftseinheit Chirurgie und innere Medizin bei Novartis. „Praxis-EDV hilft dem individuellen Arzt bei der Rationalisierung von Praxisabläufen und der wirtschaftlichen Praxisführung. Leider reicht das nicht aus, Wirtschaftlichkeitsprüfungen zu vermeiden oder Fehler zu erkennen, die sich aufgrund der neuen Gebührenordnung eingeschlichen haben.“ Schäfer beurteilt den ChirIndex deshalb positiv: „Vor allem aber haben wir nun ein Instrument, das uns eine Standortbestimmung der eigenen Praxis im Vergleich zu anderen ermöglicht.“

Für die Mitglieder des BNC ist der ChirIndex kostenneutral. Der Verband erhält im Gegenzug statistische Daten von unschätzbarem Wert: detailliertes und fundiertes Zahlenmaterial als harte Fakten bei der Argumentation gegenüber Politik, Standesorganisationen und Presse. Der Verband erhält keinerlei praxisbezogene Daten, so daß der Datenschutz der Einzelpraxis gewährleitstet bleibt.

„Wir als Berufsverband verfügen so erstmals über eigene Daten für unsere fachlichen Diskussionen in Abrechnungsfragen mit den KVen und in unseren gesundheitspolitischen Aktivitäten,“ kommentiert Dr. Gerd-Dieter von Koschitzky, erster Vorsitzender der ANC Niedersachsen und EDV-Sprecher des BNC den ChirIndex. „Ich hoffe, daß künftige mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen den ChirIndex nutzen, damit wir über immer aussagekräftigere Panel-Größen verfügen.“

Kontakt und Information: Dr. Gerd-Dieter von Koschitzky, Großer Graben 23, 29664 Walsrode, Telefon 0 51 61/7 30 21, Fax 0 51 61/7 30 23, E-Mail:
vonKoschitzky@TeleMed.de
 

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