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Mehr als ein Drittel aller Medizinischen Versorgungszentren (MVZ)
betreibt eine Zweigpraxis. Vor allem in ländlichen Regionen nutzen MVZ
diese Möglichkeit, womit sie auf den demografischen Wandel und den
Ärztemangel reagieren. Dies ist ein Ergebnis des MVZ-Surveys, den die
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) durchgeführt hat. Wie die KBV
mitteilte, habe sie für den Survey im vergangenen Jahr alle ärztlichen
Leiter oder Geschäftsführer von MVZ angeschrieben (1.654, Vollerhebung).
414 hätten geantwortet, was einem Rücklauf von einem Viertel entspreche.
Themen der Erhebung waren Gründungsmotivation, medizinische
Schwerpunkte, Schwierigkeiten und Zufriedenheit. Der Fokus des aktuellen
Surveys liege auf den Themen Versorgung im ländlichen Raum und
Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Köhler sagte hierzu: „Zentrales
Ergebnis ist, dass der demografische Wandel keine gesundheitspolitische
Schimäre, sondern Realität in der Gesundheitsversorgung in ländlichen
Regionen ist.“ Dort müssten große Distanzen für Hausbesuche überwunden
werden. Bei MVZ in Ober- und Mittelzentren hätten nur 8,5 Prozent
Hausbesuche als Herausforderung angegeben. Die an der Befragung
teilnehmenden MVZ hätten außerdem von Schwierigkeiten berichtet, in
ländlichen Regionen neue ärztliche Kollegen zu gewinnen. Dennoch sei der
Trend zu Kooperationen mit anderen Ärzten und Akteuren in der
Gesundheitsversorgung im Vergleich zu der Befragung 2008 – insbesondere
im ländlichen Raum – gestiegen.
Die Teilnehmer beurteilten nach Angaben der KBV die Gründung ihres MVZ
im Großen und Ganzen als lohnenswert (58 Prozent). Allerdings habe sich
für jedes zehnte MVZ die Gründung nach eigenen Angaben nicht gelohnt.
Die Motivationen zur Gründung hätten sich im Vergleich zu den Vorjahren
verändert: Die Hauptgründungsmotivation von 2005, die erweiterte
Position am ambulanten Markt, verliert demnach an Bedeutung (von 84,6
auf 59,4 Prozent gefallen). Demgegenüber nehme die Entlastung von
Verwaltungsaufgaben einen höheren Stellenwert ein (von 26 auf 37 Prozent
gestiegen).
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie könnte für MVZ in ländlichen
Regionen angesichts des Ärztemangels noch eine größere Bedeutung
bekommen, meinte Köhler. „Einige MVZ zeigen hier bereits großes
Engagement, es besteht aber weiterhin Potential, um den sich ändernden
Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu begegnen.“
Den vollständigen Bericht zum aktuellen Survey 2011 finden Sie hier:
www.kbv.de
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