Forschung: Optimierter Energie- und Wassereinsatz bei der Dampfsterilisation



Mit 436.000 Euro fördert das Land Hessen ein medizintechnisches Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Bei dem Vorhaben geht es um die Optimierung des Energie- und Wassereinsatzes bei der Dampfsterilisation medizinischer Instrumente. Wie die Hochschule mitteilte, wird das Projekt geleitet von Prof. Dr. Hans-Martin Seipp vom Kompetenzzentrum für Medizin- und Krankenhaustechnik. Partner sind die Marburger Firma mobilPlan Industrie und Umwelttechnik, die Walter Winkler Metall- und Apparatebau aus Lahnau und die Kölner F. & M. Lautenschläger GmbH, ein führender Hersteller von Dampfsterilisatoren.

Bei der konventionellen Aufbereitung von Sterilgut nutzt man ein mehrstufiges Verfahren mit unabhängig voneinander arbeitenden Maschinen. In einem ersten Schritt werden die Geräte mit chemischen Lösungen gereinigt, bei 95 Grad desinfiziert und mit Heißluft getrocknet. Anschließend werden sie in Dampf-Großsterilisatoren zur Abtötung von Keimen bei 134 Grad sterilisiert, heruntergekühlt und im Vakuum getrocknet. Wie die Technische Hochschule betonte, sind für den Aufbereitungsprozess große Mengen an Energie und Wasser nötig. Energierückgewinnung und die Weiterverwendung des genutzten Wassers seien nach dem heutigen Stand der Technik nicht üblich.

Die Projektgruppe wolle nun das Verfahren optimieren. „Wir möchten ein Verbundsystem realisieren, das die Stoff- und Energieströme von Sterilisatoren und Reinigungsgeräten durch ein zusätzliches Apparatesystem verknüpft, und so die Wärmeenergie und das benötigte Wasser mehrfach nutzen“, sagte Seipp. Geprüft werden solle auch, ob im Reinigungsprozess nicht weiter verwertbare Ressourcen in andere energietechnische Systeme eingespeist werden können.

Für Krankenhäuser sei das neue System attraktiv, weil es eine erhebliche Kostenersparnis bedeute. Vorhandene Anlagen könnten nachgerüstet werden.
Das Forschungsvorhaben am Gießener Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie hat den Angaben zufolge ein Gesamtvolumen von 700.000 Euro und läuft bis Ende 2013. Es werde im Rahmen der Förderlinie 3 der hessischen „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (LOEWE) unterstützt. Damit bezuschusse die Landesregierung Projekte, bei denen Hochschulen mit kleinen und mittleren hessischen Unternehmen zusammenarbeiten.
 

 
 
Antje Thiel

06.01.2012