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Aus Sorge um die Zukunft der vertragsärztlichen Versorgung in vielen
westdeutschen Flächenländern haben die Vorsitzenden der
Vertreterversammlungen (VV) der KV Hessen, der KV Nordrhein, der KV
Rheinland-Pfalz und der KV Schleswig-Holstein bei einem Treffen im Juli
2010 in Frankfurt die „Frankfurter Erklärung“ erarbeitet. Darin fordern
sie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und den Gesetzgeber auf,
unverzüglich ein Konzept für eine adäquate und leistungsgerechte Vergütung
vertragsärztlicher Tätigkeit vorzulegen. „Das Ergebnis der Honorarreform
2009 ist für viele Praxen, vor allem Praxen westdeutscher Flächenländer,
ein Desaster. Die dadurch verursachten eklatanten Honorarunterschiede sind
unseren Mitgliedern gegenüber weder darstell- noch zumutbar“, erklärten
die VV-Vorsitzenden Dr. Christiane Friedländer (Nordrhein), Frank Dastych
(Hessen), Dr. Olaf Döscher (Rheinland-Pfalz) und Dr. Jochen-Michael
Schäfer (Schleswig-Holstein) in einer Pressemitteilung.
Die „Frankfurter Erklärung“ finden Sie im Wortlaut unter anderem auf der
Internetseite der KV-Nordrhein. In Nordrhein geht der Unmut sogar noch
über das Ausmaß der „Frankfurter Erklärung“ hinaus: Der KV-Vorstand in
Nordrhein hat Ende August beim Sozialgericht Berlin eine Klage gegen die
KBV und den GKV-Spitzenverband und damit beide Träger des
Bewertungsausschusses eingereicht. „Das gegenwärtige Honorarsystem der
niedergelassenen Ärzte ist ungerecht und muss ersetzt werden“, begründete
KV-Nordrhein-Vorstand Dr. Peter Potthoff die Klage. Mit der Festsetzung
der Honorarsystematik durch den Erweiterten Bewertungsausschuss auf
Bundesebene sei die KV Nordrhein gegenüber anderen KVen benachteiligt
worden. Nach Auffassung der KV Nordrhein hat der Erweiterte
Bewertungsausschuss seinen Gestaltungsspielraum überschritten und eine
ungerechte Honorarverteilung auf den Weg gebracht, deren Rechenwege zudem
völlig intransparent seien.
In Hessen wiederum hat die VV der KV außerdem beschlossen, die von der KBV
für 2011 geplanten Kodierrichtlinien nicht umzusetzen: Erste Erfahrungen
aus Bayern hätten eindeutig gezeigt, dass die neuen Kodierrichtlinien
sowohl im haus- als auch im fachärztlichen Alltag nicht praktikabel sind
und nur noch mehr Bürokratie verursachen. „Wir ersticken bereits jetzt im
Bürokratie-Chaos und verspüren keinerlei Bedürfnis nach weiteren
Hausaufgaben“, heißt es daher in dem mit überwältigender Mehrheit
angenommenen Antrag der VV.
Zu den Internetseiten der betreffenden KVen gelangen Sie hier:
www.kvno.de
www.kvhessen.de
http://kvrlp.de/
http://kvsh.de/
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