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Gemeinsam mit Kollegen aus Göttingen hat Professor Claus Langer,
chirurgischer Chefarzt am Düsseldorfer Marien-Hospital, in der aktuellen
Ausgabe von „Der Chirurg“ eine Studie zur Schrumpfungsneigung moderner
Netzimplantate in der Hernienchirurgie veröffentlicht. Unter der Annahme,
dass moderne Kunststoffnetze in der Hernienchirurgie nach ihrer
Implantation um bis zu 40 Prozent ihrer Ausgangsgröße schrumpfen, würden
heutzutage überdimensionierte Netze mit einem zirkulären
Sicherheitsabstand von zirka fünf Zentimetern um den eigentlichen
Fasziendefekt implantiert. Die Autoren kritisierten, dass es für dieses
Vorgehen keine valide, oder gar evidenzbasierte Datengrundlage gebe.
Im Rahmen einer klinischen, prospektiv-randomisierten Doppelblindstudie
untersuchten Langer et al. daher 50 Patienten mit ventralen
Bauchwandhernien, die in offener Sublay-Technik mit speziell
angefertigten, röntgendichten Polypropylen (PP)-Netzen operiert wurden. 27
Patienten hätten ein konventionelles, schwergewichtiges PP-Netz (P-Gruppe)
und 23 ein leichtgewichtiges PP-Netz (NK-Gruppe) erhalten. Man habe alle
Patienten insgesamt zwei Jahre postoperativ nachuntersucht, einschließlich
konventioneller Abdomenübersichtsröntgenaufnahmen nach sieben Tagen, drei
Wochen, vier, zwölf und 24 Monaten sowie einer Abdomencomputertomographie
nach sieben Tagen und vier beziehungsweise zwölf Monaten. Primäres
Zielkriterium war das Ausmaß der Netzschrumpfung, sekundäre Kriterien
waren die Rezidiv- und Komplikationsrate sowie die Lebensqualität im
Vergleich der beiden Gruppen P und NK.
Bei einer Follow-up-Rate von 100 Prozent habe man bei 46 Patienten (92
Prozent) keinerlei Netzschrumpfung messen können. Lediglich vier
schwergewichtige Netze (8 Prozent) seien zwischen drei und 22,2 Prozent
geschrumpft. Hernienrezidive seien nicht aufgetreten, man habe jeweils ein
Serom in der P- und ein Hämatom in der NK-Gruppe chirurgisch revidieren
müssen. Die Autoren folgerten, dass Polypropylen-Netze nach
unkomplizierter Bauchwandhernienversorgung grundsätzlich nicht schrumpfen.
Eine mäßige Schrumpfung finde sich im Einzelfall eher bei
schwergewichtigen Netzen. Die beiden BNC-Hernienexperten Dr. Michael
Schweins (Köln) und Dr. Ralph Lorenz (Berlin) stimmten den Autoren
grundsätzlich zu, monierten allerdings die geringe Zahl der in die Studie
einbezogenen Patienten: „Die statistische Power der Studie ist bei
insgesamt nur 50 Patienten eher schmalbrüstig“, meinte Schweins.
Zum Abstract der Studie gelangen Sie hier:
www.springerlink.com
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