Neue EU-Richtlinie zum Schutz vor Nadelstichverletzungen verabschiedet



Die Arbeits- und Sozialminister der Europäischen Union (EU) haben am 8. März 2010 eine Richtlinie verabschiedet, mit der die Beschäftigten des Krankenhaus- und Gesundheitswesens vor Verletzungen und Infektionen durch scharfe oder spitze Instrumente wie beispielsweise Nadeln geschützt werden sollen. Wie die EU in einer Pressemitteilung bekannt gab, wolle man damit gegen eine der schwerwiegendsten Gefährdungen von Gesundheit und Sicherheit an den europäischen Arbeitsplätzen vorgehen und damit gegen die Ursache von jährlich schätzungsweise einer Million arbeitsbedingten Gesundheitsschädigungen. Mit der Richtlinie werde eine Rahmenvereinbarung in das EU Recht übernommen, die von den europäischen Sozialpartnerorganisationen des Sektors, der rund 3,5 Millionen Menschen beschäftigt, ausgehandelt worden sei.

László Andor, der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte auf der Ministerratstagung: „Das Gesundheitswesen ist einer der größten Arbeitgeber in Europa, und Injektionsnadeln stellen für seine Beschäftigten eine echte Gefahr dar, zum einen, weil sie sich daran verletzen können, zum anderen wegen der dadurch erhöhten Gefahr einer lebensbedrohenden Infektion wie HIV oder Hepatitis“ . Er fügte hinzu: „ Diese neue Richtlinie wird die Beschäftigten und ihre Familien besser schützen und gleichzeitig die Belastung der europäischen Gesundheitsdienste durch Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen verringern.“ Die neue Richtlinie diene der Übernahme einer Rahmenvereinbarung zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe oder spitze Instrumente im Krankenhaus- und Gesundheitswesen in das EU-Recht. Diese Rahmenvereinbarung sei bereits im Juli 2009 von den beiden europäischen Sozialpartnerorganisationen Europäischer Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst (EGÖD) und Europäische Arbeitgebervereinigung für Kliniken und Gesundheitswesen (HOSPEEM) unterzeichnet worden sei. Dabei nehme die neue Rechtsvorschrift ausdrücklich Bezug auf eines der vorrangigen Ziele der derzeitigen EU-Strategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, nämlich die Arbeitsunfälle bis 2012 um 25 Prozent zu verringern.

Die vollständige Pressemitteilung der EU finden Sie hier:
http://europa.eu

Zum Vorschlag für eine Richtlinie zur Durchführung der von HOSPEEM und EGÖD geschlossenen Rahmenvereinbarung zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe/spitze Instrumente im Krankenhaus- und Gesundheitssektor gelangen Sie hier:
http://ec.europa.eu

Zur Vereinbarung der Sozialpartner gelangen Sie hier:
http://ec.europa.eu

Zur Website zum europäischen sozialen Dialog gelangen Sie hier:
http://ec.europa.eu

 
 
 
Antje Soleimanian

Di. 09.03.2010