Universitätsklinikum Jena: Nach Arbeitsunfall replantieren Chirurgen abgetrennte Hand



In einem zehnstündigen Eingriff haben die Handchirurgen des Universitätsklinikums Jena (UKJ) einem 25jährigen Mann die linke Hand wieder replantieren können. Wie das UKJ mitteilte, hatte sich der Thüringer Metallbauer bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt, wobei durch eine Maschine die Hand im Handgelenk abgetrennt wurde. Oberarzt Dr. Reinhard Friedel operierte zehn Stunden, um Muskeln, Sehnen, Knochen, Nerven und Gefäße wieder herzustellen und dem 25jährigen Hans S. die linke Hand zu retten. „Alle Strukturen der vollständig abgetrennten Hand mussten im sensiblen Bereich des Handgelenks wieder verbunden und zum Teil rekonstruiert werden“, erklärte der Leiter des Funktionsbereichs Hand-, Plastische- und Mikrochirurgie am Universitätsklinikum Jena.

Die Operation sei schwierig gewesen, zumal es sich nicht um einen sauberen Schnitt handelte und das Gewebe bei dem Unfall teilweise erheblich verletzt wurde. „Zum Glück für den Patienten passierte der Unfall in der Nähe“, sagte Friedel, „dadurch konnten wir innerhalb der ersten drei Stunden mit der Replantation beginnen und so die Hand retten.“ Der Patient erhole sich nach dem Unfall und dem folgenden Eingriff gut, die Hand konnte vollständig erhalten werden und werde vermutlich auch volle Funktionsfähigkeit zurückerhalten. „Die Reaktion ist bisher sehr gut“, erläuterte der Chirurg, „völlige Sicherheit über den Erfolg der Operation werden wir allerdings erst in einigen Tagen haben.“ Komplexe Eingriffe dieser Art sind nach Angaben des UKJ sehr selten: Seit Bestehen des Replantationszentrums in Jena 1982 seien nur vier komplett amputierte Hände replantiert worden. Insgesamt führten die Chirurgen der Klinik für Unfall-, Hand– und Wiederherstellungschirurgie jährlich über 60 Replantationen durch und operierten etwa 50 komplexe Handverletzungen.

Die vollständige Pressemitteilung des UKJ finden Sie hier:
www.uniklinikum-jena.de
 

 
 
 
Antje Soleimanian

Do.  29.07.2010