Deutsche Gesellschaft für Chirurgie mit neuem Vorsitz: Professor Axel Haverich ist Präsident 2010/2011



Neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) ist Professor Axel Haverich, Direktor die Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Wie die DGCH Anfang Juli mitteilte, löst Haverich turnusgemäß Professor Reiner Gradinger aus München im Amt ab. Schon sein Medizinstudium absolvierte Haverich in Hannover, wie auch von 1978 bis 1985 seine gesamte chirurgische Ausbildung. Nach seiner Habilitation im Jahr 1987 folgte er 1993 dem Ruf auf eine C4-Professur an die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Im Jahr 1996 nahm er den Angaben zufolge den Ruf auf eine C4-Professur an der MHH an, wo er bis heute tätig ist. Im gleichen Jahr gründete er die Leibniz Laboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe. Mit diesem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Grundlagenforschungslabor gelang dem Herzchirurgen unter anderem die Entwicklung biologischer Herzklappen, die mit dem Patienten mitwachsen.

Als Präsident der DGCH ist Professor Haverich auch für das inhaltliche Programm der kommenden 128. Jahrestagung verantwortlich. Mit dem Motto „Chirurgie 2011 - Heilen zwischen Ratio und Humanität“ stellt er den eigentlichen ärztlichen Auftrag in den Fokus. „Unser ureigenster Anspruch ärztlichen Handelns - nämlich Patienten zu heilen - ist vielfach hinter Diskussionen um Fallpauschalen und Kosten getreten“, bemerkte Haverich hierzu. Der Kongress konzentriere sich daher verstärkt auf neueste Therapiestandards aus allen Bereichen der Chirurgie. Dazu gehörten etwa innovative Ansätze aus der Transplantationsmedizin, der Vermeidung chirurgischer Infektion, der Intensivmedizin und dem Notfall- und Katastrophenmanagement. Gerade in der Chirurgie sollten aber auch Fragen der Humanität diskutiert werden, so Haverich: „Etwa wann es unter dem Aspekt der Menschlichkeit angezeigt ist, nicht zu operieren - zum Beispiel angesichts des Alters oder der Indikation - und wann hingegen eine Begrenzung der Therapie aufgrund von Kosten droht.“

Gemeinsam mit der DGCH gestalten die zehn chirurgischen Mitgliedsgesellschaften für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäß-, Herz-, Kinder-, Neuro-, Thorax- und Unfallchirurgie sowie der Plastischen Chirurgie, Orthopädie und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie das Tagungsprogramm. Der Kongress findet vom 3. bis 6. Mai im Internationalen Congress Center München statt.

Erste Informationen über den Kongress finden Sie hier:
http://chirurgie2011.de
 

 
 
 
Antje Soleimanian

Do.  08.07.2010