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Die niedergelassenen Chirurgen im Gebiet der Ärztekammer Nordrhein laufen
Sturm gegen die neuen Regelleistungsvolumina (RLV) für das 3. Quartal
2010. Gegenüber der Aachener Zeitung vom 30. Juni 2010 sagte der
ANC-Vorsitzende Dr. Manfred Weisweiler: „Dabei geht es nicht um arme
Ärzte. Es geht um arme Patienten, die trotz Krankenkasse nicht mehr
versorgt werden können. Es sei denn, der Arzt steckt weiterhin seine
eigenen finanziellen Mittel rein.“ Die neuen RLV seien für die Chirurgen
mit erheblichen Einbußen verbunden. „Die gesamte ambulante Versorgung für
drei Monate inclusive Röntgen muss ab jetzt für 24 Euro erbracht werden.
Das ist eine Flatrate für acht Euro im Monat“, sagte Weisweiler gegenüber
der Zeitung weiter.
Als Beispiel nannte der ANC-Vorsitzende einen Patienten, der mit einem
Knochenbruch in die Praxis kommt. Für die Behandlung seien vier bis fünf
Kontakte mit dem Arzt erforderlich. Der Bruch werde mehrfach geröntgt, es
würden Gipsverbände angelegt und Berichte an Hausarzt und Krankenkasse
geschickt. „Und das alles für acht Euro im Monat“, kritisierte Weisweiler.
Als Konsequenz könnten die niedergelassenen Chirurgen auch
betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen. Dann werde man mangels
Kapazitäten auch Kassenpatienten abweisen müssen und kaum noch zeitnahe
Termine vergeben. Weisweiler rechnete der Aachener Zeitung vor, dass eine
Stunde Öffnungszeit im Unternehmen 526,30 Euro einbringen muss, damit die
Praxis betriebswirtschaftlich rentabel geführt werden kann. „Bei drei
Ärzten bedeutet dies etwa 200 Euro je Arzt-Arbeitsstunde. 24 Euro bedeuten
7,2 Minuten Arzt-Arbeitszeit in drei Monaten je Patient. Und in 7,2
Minuten kann ich keine Fraktur behandeln.“
Die niedergelassenen Chirurgen der ANC Nordrhein wenden sich aktuell
verstärkt an die Presse, um auf diesem Wege die Bevölkerung auf die
desaströse Finanzlage in chirurgischen Praxen aufmerksam zu machen.
Den vollständigen Artikel in der Aachener Zeitung finden Sie hier:
www.az-web.de
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