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Über viele Monate musste sich Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler
(FDP) mit seinen Reformvorhaben hinten anstellen. Doch nachdem die
Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und auch die Bundespräsidentenwahl nun
vorbei sind, soll das drohende Milliardendefizit der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) auf der politischen Agenda nach oben rücken.
Presseberichten zufolge will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am
1. und 2. Juli 2010 mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden ausgiebig
diesem Thema widmen.
Diese Gesprächsrunde ist nach Auffassung des GKV-Spitzenverbandes dringend
erforderlich. Verbandschefin Doris Pfeiffer warnte, wenn man sich bis zur
Sommerpause nicht endlich auf Sparbeschlüsse einigen könne, dann werde
gerate das System in eine Schieflage geraten, die kaum noch abzufangen
sei. Das im kommenden Jahr drohe „nicht wenigen“ Kassen den Garaus zu
machen und einen „Dominoeffekt“ zu verursachen. Höhere Zusatzbeiträge
allein genügten nicht, um das Rekorddefizit von zehn bis zwölf Milliarden
Euro zu beseitigen, sagte Pfeiffer und wiederholte ihre Forderung nach
Nullrunden für Kliniken und niedergelassene Ärzte. Einsparpotenzial sieht
auch der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes
Johann-Magnus von Stackelberg insbesondere bei den Ärzten, die seit 2007
Honorarsteigerungen von durchschnittlich 5,4 Prozent pro Jahr erhalten
hätten. Die Ärzte hätten am Ende 800 Millionen mehr erhalten als
zugesichert, dieses Geld müsse zurückfließen.
Derweil hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Zweifel an den
Berechnungen des GKV-Spitzenverbandes geäußert. DKG-Hauptgeschäftsführer
Georg Baum erklärte: „Es besteht berechtigter Zweifel, ob die vom
Spitzenverband der Krankenkassen behaupteten Defizite in 2011 stimmen. Auf
der Ausgabenseite gehen die Krankenkassen z. B. für das laufende Jahr bei
den Krankenhäusern von einem Zuwachs von 6,2 Prozent und für das Jahr 2011
von 3,5 Prozent aus. Diese Werte sind sachlich nicht nachvollziehbar. Sie
sind bewusst zu hoch gesetzt. Offensichtlich soll die Koalition zu
Kürzungen getrieben werden. Realistisch für das laufende Jahr sind maximal
4,5 Prozent und für 2011 eher 2,5 Prozent.“
Berichte zum geplanten Spitzengespräch finden Sie unter anderem hier:
www.welt.de
www.tagesspiegel.de
www.dkgev.de
www.pnn.de
www.gkv-spitzenverband.de
www.gkv-spitzenverband.de
www.abendblatt.de
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