„Datenkauderwelsch und Qualitätslyrik“ – DGCH fordert verständliche Informationen


Mehr als 90 Prozent der Patienten wünschen sich von ihrem Arzt umfassende und verständliche Informationen. Dem kommen jedoch nur etwa ein Drittel der Ärzte ausreichend nach. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) bei einer Pressekonferenz im Rahmen der
18. Jahrestagung der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Qualität und Sicherheit (CAQS) hingewiesen. Die Tagung findet die vom 29. bis 30. Januar 2010 in Hamburg statt. Die DGCH setze sich dafür ein, dass Ärzte und Kliniken laienverständliche Informationen anbieten und Leistungen transparent machen. Studien belegten, dass Patienten sich vor allem dann gut behandelt fühlen, wenn der Arzt mit ihnen spricht und verständlich informiert, ihnen zuhört und Interesse für sie zeigt. Fast alle wünschten sich, dass im Rahmen der Behandlung das Arzt-Patientengespräch stärker in den Vordergrund rückt. „Wir unterstützten nachdrücklich alle Bemühungen um mehr patientenverständliche Informationsangebote und Transparenz der Versorgungsleistungen“, sagt Professor Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH.

Zwar seien Krankenhäuser mittlerweile verpflichtet, Qualitätsberichte zu veröffentlichen. Auch entstünden immer mehr Klinik- und Arztportale. Und auch die Zertifizierung von spezialisierten Zentren solle dem Patienten als Wegweiser dienen. „Doch leider weisen diese Angebote sowohl für Patienten als auch für Zertifizierer noch erhebliche Schwächen auf“, bedauerte Bauer. Dies gelte einerseits für den Gehalt an Information und für die Verständlichkeit. Andererseits seien Mindeststandards erforderlich, wenn eine Klinik ihre eigenen Leistungen für externe Bewertungen präsentiert. „Stattdessen enthalten viele Berichte ein Datenkauderwelsch, das kaum einer versteht oder eine Qualitätslyrik, die niemandem nützt“, so der Generalsekretär der DGCH. Patienten müssten sich auf das Qualitätssiegel „Zertifiziertes Zentrum“ verlassen können. „Wo Zentrum drauf steht, sollte auch Zentrum drin sein“, sagt Bauer.
 

 
 
Antje Soleimanian

Fr. 29.01.2010