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In seiner aktuellen Ausgabe (Dtsch Arztebl 2010; 107(6): A-215) hat das
Deutsche Ärzteblatt ein ausführliches Interview mit
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler veröffentlicht und ihn darin zur
Bilanz seiner ersten 100 Tagen im Amt befragt. Obgleich er mehrfach auf
die finanziellen Sorgen der Niedergelassenen angesprochen wurde, blieben
Röslers Antworten mehr als vage. So erklärte er, dass mehr Geld im System
nicht automatisch zu einer besseren Versorgung oder zur Lösung des
Nachwuchsproblems führen würde. „Ich kann den Ärztinnen und Ärzten
angesichts der finanziellen Lage der Krankenkassen auch nicht mehr Geld
versprechen, aber dafür ein faireres System“, sagte Rösler. Er verfüge
noch nicht über alle Daten um die jüngste Honorarreform zu beurteilen.
„Aber eins weiß ich: Durchschaubar ist das, was auf den Weg gebracht
wurde, nicht.“
Ebenso wenig verstünden auch die niedergelassenen Ärzte die Neuverteilung
des Honorars im Zuge der Reform. „Wenn man mehr Geld in die Hand nimmt,
muss das genau dahin geleitet werden, wo wir es brauchen und nicht
irgendwo versickern. Insofern braucht man nicht unbedingt mehr Geld,
sondern ein faires System und die richtige Verteilung“, sagte der
Minister. Ziel sei ein möglichst transparentes Abrechnungssystem. Ob
künftig auch weiterhin die Honorare steigen, wenn sich die Morbidität der
Versicherten sich nachweislich erhöht hat, mochte Rösler nicht
garantieren: „Erst schauen wir uns die Effekte der jetzigen Reform an,
dann entscheiden wir.“
Auch zur Zukunft von Kollektivvertrag und Selektivverträgen mochte Rösler
sich nicht konkret äußern: Die FDP habe sich im Bundestagswahlkampf gegen
Selektivverträge nach § 73 b SGB V in der jetzigen Form ausgesprochen,
habe sich in diesem Punkt aber nicht durchsetzen können, „und nun sehen
wir uns die Bilanz der Hausarztverträge in drei Jahren an.“ Auch hier
plädierte Rösler für fairen Wettbewerb: Man müsse dem
Kollektivvertragssystem eine Chance geben, ähnlich attraktiv zu sein.
Das vollständige Interview finden Sie auf der Internetseite des Deutschen
Ärzteblattes unter:
www.aerzteblatt.de
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