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Die European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) geht davon aus,
dass eine einfache Darmuntersuchung in mittlerem Alter das Risiko von
Darmkrebs um ein Drittel und die Sterblichkeit um über vierzig Prozent
reduziert. Während Gastroenterologen bislang davon ausgegangen seien, dass
eine umfassende Koloskopie notwendig sei, um das Darmkrebsrisiko zu
senken, zeige eine aktuelle Studie nun, dass auch ein weniger invasives
Verfahren das Risiko und die Mortalität aufgrund von Darmkrebs deutlich
verringern kann.
Die britische Studie mit über 170.000 Teilnehmern zwischen 55 und 64
Jahren, die im Mai 2010 im „Lancet“ veröffentlicht wurde, habe gezeigt,
dass bei Personen, die sich einem Screening mit flexibler Sigmoidoskopie
unterziehen, im Laufe der nächsten elf Jahre von einem wesentlich
geringeren Darmkrebsrisiko ausgegangen werden kann. Nach einem
durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 11,2 Jahren war das Auftreten
von kolorektalen Karzinomen 33 Prozent geringer und die Mortalität 43
Prozent geringer. Gemäß Extrapolierung könnten alleine in England jährlich
5.000 Fälle von Darmkrebs und 3.000 Todesfälle durch die Durchführung von
Sigmoidoskopien verhindert werden. Bei der flexiblen
Im Rahmen einer Sigmoidoskopie könne man kleine Polypen erkennen und mit
einer Drahtschlinge entfernen. Die Schlinge werde durch das Sigmoidoskop
eingeführt, um den Polypen gelegt und zugezogen. Anschließend werde
elektrischer Strom durch die Schlinge geleitet und veröde den Stiel des
Polypen, so dass er schmerzfrei und ohne Blutung entfernt werden könne.
„Das gesamte Verfahren dauert nur wenige Minuten und erfordert keinerlei
Betäubung oder Narkose“, erklärte der UEGF-Experte Professor Anthony Axon.
Somit sei der Eingriff für den Patienten wesentlich weniger unangenehm als
eine umfassende Kolonoskopie.
Axon betonte allerdings, dass die Sigmoidoskopie das Darmkrebsrisiko nicht
vollständig ausschalten könne. Die Studie zeige, dass eine flexible
Sigmoidoskopie keinen signifikanten Effekt auf die Vorbeugung von Krebs im
oberen Teil des Darms hat und auch im unteren Darmbereich das Risiko nur
halbiere. Bei Patienten, die mit positivem Befund auf Blut im Stuhl
untersucht würden, sei weiterhin eine umfassende Kolonoskopie
empfehlenswert.
Quelle: Atkin WS et al.: Once-only flexible sigmoidoscopy screening in
prevention of colorectal cancer: a multicentre randomised controlled trial.
In: Lancet 2010 8. Mai;375(9726):1624-33.
Zu einem Abstract der Studie gelangen Sie hier:
www.ncbi.nlm.nih.gov
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