|
Die Mitgliederversammlung des Verbandes wählte den BVOU-Landesvorsitzenden
von Berlin Helmut Mälzer am 23. Oktober 2009 auf dem Deutschen Kongress
für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) zum neuen BVOU-Präsidenten.
Mälzer löste damit den langjährigen BVOU-Vorsitzenden Dr. Siegfried Götte
aus München ab. Lesen Sie an dieser Stelle Auszüge aus einem Interview mit
Mälzer, das in der kommenden Ausgabe des Chirurgen Magazins erscheinen
wird.
Chirurgen Magazin: Welchen Stellenwert genießt die fachübergreifende
berufspolitische Arbeit im neuen BVOU-Vorstand?
Mälzer: Einen sehr hohen! Ich persönlich kümmere mich seit jeher nicht nur
um die politischen Belange meiner eigenen Fachgruppe, denn ich bin auf
Landesebene ja nicht nur von den Berliner Orthopäden in die
Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gewählt worden
und habe entsprechend auch die Interessen aller Vertragsärzte zu
vertreten. Auch in meiner fachlichen Arbeit bin ich es gewohnt, täglich
über den eigenen Tellerrand zu schauen. Ich arbeite gemeinsam mit meiner
Ehefrau, die Allgemeinmedizinerin ist, in einem fachübergreifenden
Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Unserem Zusammenschluss gehören
außerdem noch eine Dermatologin und eine Fachärztin für Physikalische und
Rehabilitative Medizin (PRM) an. Die Kooperation mit Kollegen anderer
Fachrichtung hat aus meiner Sicht klare Vorteile: Sie bietet die Chance,
den eigenen Horizont zu erweitern und viele offene Fragen auf dem „kurzen
Dienstweg“ zu diskutieren – ohne dass ich erst einen Arztbrief an den
mitbehandelnden Niedergelassenen schreiben oder einen Kollegen im
Krankenhaus um ein Konsil bitten muss. Diese Form der Zusammenarbeit wird
übrigens auch von den Patienten hervorragend angenommen.
Chirurgen Magazin: Können Sie sich auch vorstellen, in einem größeren MVZ
zu arbeiten?
Mälzer: Nein. Ich bin Freiberufler und arbeite mit anderen Freiberuflern.
Ich möchte auch keine Ärzte in meinem MVZ anstellen. Aus meiner Sicht ist
die freiberufliche Tätigkeit des Arztes auch für den Patienten gut, denn
ein Freiberufler bringt eine ganz andere Motiviation mit als ein
Angestellter.
Chirurgen Magazin: Das Berliner MVZ Polikum mit seinen drei Filialen und
rund 80 angestellten Ärzten steht für eine gänzlich andere Philosophie
ärztlicher Kooperationen. Ist sie in Ihren Augen dennoch ein mögliches
Modell für die Zukunft?
Mälzer: Das Geschäftsmodell des Polikum ist mir schleierhaft, das kann
eigentlich nicht funktionieren. Und offen gestanden frage ich mich auch,
wie lange die Banken dort noch Geld verbrennen wollen. Ich glaube, dass
nicht die großen, kapitalfinanzierten Kooperationen in Zukunft die
ambulante Versorgung sicherstellen werden, sondern vielmehr die kleineren
fachübergreifenden Zusammenschlüsse unter ärztlicher Leitung.
Das vollständige Interview mit Mälzer lesen Sie im nächsten Chirurgen
Magazin, das noch vor Weihnachten erscheint.
|