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Im
Lichtenfelser Klinikum will man das finanzielle Risiko ambulanter
Operationen mit unzureichender EBM-Vergütung nicht länger tragen. Bald
werden dort Patienten sich vor chirurgischen Eingriffen wie Leistenbrüchen
oder Krampfadern von der Krankenkasse schriftlich bestätigen lassen müssen,
dass die Kosten für einen stationären Aufenthalt übernommen werden. Dies
berichtet die Zeitung „Fränkischer Tag“ in ihrer Online-Ausgabe. Dahinter
stehe der immer stärkere Druck auf die Ärzte, bestimmte Eingriffe nur noch
ambulant auszuführen.
Jungen Patienten habe man bisher ohnehin angeboten, diese Operationen
ambulant durchführen zu lassen, erklärte Dr. Bernd Greger, Leitender Arzt in
der Chirurgie am Klinikum gegenüber der Zeitung. Doch bei älteren oder
alleinstehenden Menschen halte er einen ein- bis zweitägigen
Krankenhausaufenthalt für vertretbar. Damit seit jedoch zunehmend der
Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) nicht mehr einverstanden, so
dass die Klinik auch einen stationären Aufenthalt nur noch zu den
Bedingungen des EBM 2000plus vergütet bekomme. Vor diesem Risiko will man
sich dem Zeitungsbericht zufolge im Klinikum künftig absichern und holt sich
von den Krankenkassen vor dem Eingriff künftig eine Zahlungsgarantie.
Kritik übte Greger gegenüber der Zeitung auch an der Höhe der Sätze für
ambulante Eingriffe: Für einen Leistenbruch bekomme man in der Regel 260
Euro überwiesen. Damit kämen selbst niedergelassene Ärzte nicht auf ihre
Kosten, ein Klinikum schon gar nicht. Ein Anästhesist, ein Chirurg, ein
Assistenzarzt und eine OP-Schwester seien im Krankenhaus bei einer
Leistenbruch-Operation anwesend, die 60 Minuten Zeit in Anspruch nehme. Es
sei fraglich, wie lange sich das Klinikum Lichtenfels dieses
Draufzahlgeschäft leisten könne.
Direkt zur Zeitung „Fränkischer Tag“ gelangen Sie hier:
www.fraenkischer-tag.de
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