Umfrage: Patienten wünschen mehr Transparenz im Gesundheitswesen
     
 

Der Verein Berlinpolis e. V. hat heute (23. Juni 2006) die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung des Umfrageinstitutes forsa unter Patienten und in der Ärzteschaft der Öffentlichkeit vorgestellt. Danach befürwortet die Mehrzahl der Versicherten mehr Kosten- und Leistungstransparenz im Gesundheitswesen. Bei der Umfrage unter GKV-Versicherten sprachen sich demzufolge die Befragten deutlich für mehr Transparenz aus. So fühlten sich 63 Prozent aller Befragten nicht ausreichend über die von ihnen in Anspruch genommenen ärztlichen Leistungen und die dafür bei den Krankenkassen abgerechneten Kosten informiert. Eine noch größere Anzahl (78 Prozent) habe eine generelle Leistungs- und Kostenübersicht für gesetzlich Versicherte gefordert, so wie bei Privatpatienten üblich. 68 Prozent aller Befragten haben sich den Angaben zufolge für die routinemäßige Übersendung von Patientenrechnungen ausgesprochen und 80 Prozent seien der Meinung, dass dies zu mehr Transparenz und damit zu Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen führen würde.

Bei der Befragung von 50 Allgemein- und 50 Fachärzten hätten immerhin 49 Prozent eine generelle Leistungs- und Kosteninformation für sinnvoll befunden. Trotz der nach Paragraph 305 SGB V bereits vorhandenen Möglichkeit, eine solche Abrechnung anzufordern, machten momentan nur sehr wenige Patienten von diesem Recht Gebrauch. Dr. Daniel Dettling, Vorsitzender von berlinpolis, erklärte zu den Umfrageergebnissen: „Wir müssen jetzt die strukturellen Defizite im deutschen Gesundheitswesen beseitigen. Die Rolle des Patienten und Versicherten muss gestärkt werden – durch Aufklärung und Eigenverantwortung. Wenn wir es nicht schaffen, die Leistungs- und Kostentransparenz zu erhöhen, zum Beispiel durch Instrumente wie die Arztrechnung auch für gesetzlich Versicherte, werden die Ausgaben wieder deutlich schneller steigen, als die Einnahmen. Reformansätze, die immer mehr Geld vom Beitragszahler fordern, werden ihr Ziel verfehlen.“

Nähere Informationen finden Sie unter:
www.gesundheit-transparenz.de
 

 
     
  Antje Soleimanian  
 

 

 

Fr. 23.06.2006