TK Baden-Württemberg belegt Spareffekt beim ambulanten Operieren
     
 

Seit vielen Jahren sprechen sich ambulante Operateure sowie Gesundheitsökonomen für eine Förderung des ambulanten Operierens aus. Sie argumentieren mit der hohen Behandlungsqualität und Patientenzufriedenheit – und mit dem Einsparpotenzial dieser effizienten Versorgungsform. Erstmals hat die Techniker Krankenkasse (TK) Baden-Württemberg nun bei der Analyse der OP-Daten ihrer Versicherten für fünf besonders häufige Eingriffe (Karpaltunnel, Katarakt, Varizen, Hernien und Arthroskopien) einen messbaren Verlagerungseffekt vom stationären in den ambulanten Bereich festgestellt. Die Ergebnisse ihrer Datenanalyse präsentierte die TK Baden-Württemberg bei einem Pressegespräch in Stuttgart am 10. August 2005 gemeinsam mit dem BNC der Öffentlichkeit.
Danach wurden die fünf Indikatoroperationen bei TK-Versicherten im Jahr 2002 insgesamt 9.376 mal durchgeführt: im Schnitt zu 48 Prozent stationär und zu 52 Prozent ambulant. Bis 2004 stiegen die Fallzahlen für die gleichen Eingriffe auf insgesamt 10.680, davon jedoch nur noch 37 Prozent im stationären Bereich gegenüber 63 Prozent im ambulanten Sektor. Durch die Verlagerung von stationär nach ambulant konnte die TK Baden-Württemberg in diesem Zeitraum eine Wirtschaftlichkeitsreserve von rund 900.000 Euro realisieren, welche die Kosten für die insgesamt gestiegenen Fallzahlen auffangen konnte. Dies erklärte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. „Mit Hilfe des ambulanten Operierens können wir mit der gleichen Geldmenge mehr Patienten qualitativ gut versorgen – sprich: rationalisieren anstatt zu rationieren.“
Hierzu erklärte BNC-Präsident Dr. Dieter Haack: „Wir freuen uns über das Ergebnis dieser Datenanalyse, denn es bestätigt erstmals, dass die Verlagerung geeigneter Eingriffe in den ambulanten Bereich tatsächlich zu sinnvollen Einsparungen und einer effizienteren Nutzung der knappen finanziellen Ressourcen der gesetzlichen Krankenkassen führen kann.“ Kritisch bewerteten Haack und Vogt den Umstand, dass in Baden-Württemberg nur etwa 55 Prozent der Patienten aufgrund von ärztlichen Überweisungen beim ambulanten Operateur landen: „Hier bleibt noch viel zuviel dem Zufall überlassen.“ Vogt appellierte insbesondere an die Hausärzte, ihrer Verantwortung als Lotsen im Gesundheitswesen nachzukommen. „Hausarzt-Modelle machen nur dann Sinn, wenn dadurch eine sachgerechte Steuerung der Patienten durch den Medizinbetrieb erreicht wird.“
Einen ausführlichen Bericht über die Fallzahlentwicklung beim ambulanten Operieren in Nord-Württemberg lesen Sie in der kommenden Ausgabe des Chirurgen Magazin, die Ende August erscheint. Presseberichte über die Veranstaltung in Stuttgart finden Sie unter der Rubrik Presse/Pressespiegel.

 
     
  Antje Soleimanian  
     

Do. 11.08.2005